Frettchen allgemein

Da Frettchen wie bereits oben erwähnt keine Nager sind, sondern Raubtiere (!!!) - ist ihre Ernährung sehr Fleischhaltig.

Zu diesem Thema gibt es so viele verschiedene Meinungen und Vorschläge, dass man als Frettchenanfänger schier verzweifeln kann. Unter anderem wird es dadurch erschwert, dass in Deutschland nicht in jedem Tierfachgeschäft spezielles Frettchenfutter angeboten wird. Aber es wird besser, denn viele Futtermittelanbieter haben die Marktlücke „Frettchen“ entdeckt und das Futter wird häufig über Onlineshops angeboten.

Hochwertige Futter ist meistens teuer, aber der Vorteil liegt auf der Hand, denn bei diesem Futter stimmt das Preis-Leistungsverhältnis. Die Tiere fressen bei guter Zusammensetzung weniger, da sie sich mehr aus diesem Futter herausziehen können. Verwerten Frettchen mehr aus dem Futter, dann koten sie weniger (und der Kot riecht weniger)!!! … also im Endeffekt ist das Futter nicht so teuer ... meist ist man mit dem billigen Dosen-/Trocken- und Preiswertfutter am Monatsende viel teurer und hat dazu noch eine miserable Versorgung!


Worauf man bei der Zusammensetzung des fertigen Futters achten sollte:

Frettchen benötigen einen hohen Proteingehalt, dieser sollte wenn möglich über 30% liegen, je mehr desto besser. Allerdings ist darauf zu achten, dass dieser aus Fleisch gewonnen wird und nicht aus Getreide (dies ist auf der Packung in der Zusammensetzung zu erkennen … was zuerst steht, davon ist am meisten drin). Der Rohfettgehalt sollte ca. 20% betragen. Kein Zucker (Karamell) und Salz!!!!


Es gibt drei Möglichkeiten der Fütterung:

a) Trockenfutter

Hier wird gerne auf hochwertiges Katzentrockenfutter zurückgegriffen, da es wie bereits erwähnt, in Deutschland sehr schwer ist an spezielles Frettchenfutter heranzukommen (Von Vitakraft gibt es z.B. auch Frettchenfutter, aber uns hat dieses in seiner Zusammensetzung noch nicht überzeugt und daher füttern wir es nicht.) Hier eignen sich z.B. Royal Canin, Eucanuba, Hills und Iams … die Sorten für die Katzenkinder.

Spezielles Frettchentrockenfutter (und von uns selber als gut befunden) sind: Totally Ferret (aus Amerika, für uns in der Zusammensetzung eindeutig Platz eins) und das Frettchenfutter Kennel Nutrition Ferret (oder alternativ von Dodson & Horrell’s Chudley). Wir mischen diese beiden Futtersorten mit dem Katzenfutter von Hill’s Sorte: Kitten zu jeweils 1/3 und sind damit sehr zufrieden.

Unsere Frettchen haben den ganzen Tag Trockenfutter zur freien Verfügung stehen.


b) Nassfutter:

Hier kann hochwertiges Katzendosen-futter angeboten angeboten werden z. B. das Animonda Carny, RopoCat, Bozita, Schmusy wird häufig verfüttert. Auch hier heißt es lesen und vergleichen!!!! Von Aldi das Shah / Lux hat zwar nur 60% Fleischanteil, aber dafür gibt es eine Sorte ohne Zucker. Zum Untermischen mit anderen Nassfutter ist es geeignet.

Nassfutter kann/sollte mit Vitaminflocken, Biotin, Supertone und Öl verfeinert und ange-reichert werden. Bei Welpen darf der Welpenkalk nicht fehlen.


c) Frischfutter – wichtige Zusatzkost:

Frischfutter stellt in der Frettchenernährung eine wichtige Zusatzkost dar. Mindesten ein Drittel der täglichen Futterration sollte jedoch durch Fertigfutter abgedeckt werden. Selbst gut durchdachte Futterrezepte mit errechneten Beimischungen kommen nicht an gutes Fertigfutter heran. Eine reine Fleischfütterung führt zu Mangelerscheinungen


1) Fleisch:

Muskelfleisch enthält in der Regel das qualtitativ beste Eiweiß. Das in Lunge, Pansen, Hirn enthaltenen Bindegewebseiweiß ist von minderer Qualität. Muskelfleisch von Rind, Schaf, Kaninchen sollten Sie nur dann roh verfüttern, wenn Sie es ganz frisch und aus einwandfreien Beständen gekauft haben.

Vorsicht: Schweinefleisch darf, wenn überhaupt, nur gekocht verfüttert werden, da es den Erreger der tödlichen verlaufenden Aujeszkyschen Krankeit enthalten kann.


2) Innereien:

Bei Innereien stehen Herz an erster Stelle. Nieren und Leber sind so genannte Filterorgane und sollten nicht öfter als einmal pro Woche gegeben werden. Außerdem kann es durch Leber zu einer Vitamin-A-Vergiftung kommen. Beachten Sie auch, dass rohe Leber abführend wirkt und gekochte stopfen kann.


3) Geflügel:

Da Frettchen nicht Samonellenanfällig sind kann auch rohes Geflügelfleisch angeboten werden. Auch hier sollten Sie darauf achten, dass es frisch und aus einwandfreien Beständen gekauft wurde. Sehr gut und auch preisgünstig sind Hühner- oder Putenmägen und –herzen.


4) Eintagsküken:

An diese Art der Fütterung muß man sich als Halter erst einmal gewöhnen. Die meisten Frettchen lieben dieses Futter. Küken nur bei zuverlässigem Händler kaufen und beim auftauen die Außentemperatur beachten (besonders im Sommer).


5) Fisch:

Fisch ist gut verdaulich und reich an Proteinen und Mineralien. Hier ist darauf zu achten, dass es bei Süßwasserfisch nur Forelle ist, ansonsten sollte Seefisch verfüttert werden, denn Weißfisch enthält Thaminase, der das Vitamin B1 Spaltet und zerstört.


6) Eier:

Ein Eigelb pro Woche ist unbedenklich. Wenn sie es roh verfüttern wollen (mögen die Pelznasen sehr gerne), trennen Sie das Eiweiß sorgfältig davon ab. Rohes Eiweiß enthält eine Substanz, die das wichtige Biotin bindet und dessen Resorption im Darm verhindert. Gekochtes Eiweiß ist unbedenklich.


Sonstiges

Gerne fressen Frettchen auch Salatgurke, Paprika (gelb, rot, orange), Melone (egal welche :o) ), Reis, Nudeln, Katzen- und Frettchenleckerlies, Bananen, Katzenmilch, Vitaminpaste (diese hilft auch hervorragend bei der Verabreichung von Medikamenten) usw.
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Bei den Leckerlis ist auf Zucker zu achten (alles in Maßen) … zuviel Zucker ist ungesund, besonders für die Zähne !!!

Das Wasser immer zu Verfügung zu stehen hat, muss eigentlich nicht extra erwähnt werden, aber ich mache dies trotzdem. Wasser kann in einer Nippeltränke oder im Wassernapf angeboten werden.

Wir raten zu einem Wassernapf, da Frettchen, wie wir wissen so wieso zu wenig Wasser zu sich nehmen, das haben sie noch von den Iltissen in der Natur. Also nehmen sie dann bei den Nippeltränken noch weniger Wasser zu sich und das kann auch zu Nierenproblemen (Nierenversagen) führen.

Bei Wassernäpfen nehmen sie mehr Flüssigkeit, auch wenn sie damit eine kleine Wasserschlacht veranstalten.


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