Langhaarfrettchen.info


Herkunft

Vor ca. 15 Jahren stellte ein schwedischer Züchter an seinen Tieren Veränderungen fest. Die Tiere hatten längeres Fell an den Hinterbeinen und auf dem Rücken. Der Züchter verpaarte die Tiere und einige dieser daraus entstandenen Welpen hatten ebenfalls längeres Fell. Er verkaufte seinen gesamten Bestand an einen norwegischen Züchter auf einen Bauernhof. Man vermutet das dieser im Folgejahr die Jungtiere gezielt verpaart hat wobei eine Inzucht/Rückkreuzung nicht auszuschließen ist. Ca. 1997 verkaufte er seine Nachzuchten komplett an Sören Thinggard einem dänischen Züchter und einen Kleinzüchter in Amerika. Der amerikanische Züchter soll wenig Erfahrung mit der Zucht gehabt haben und seine Tiere nur mit Hundtrockenfutter ernährt haben. Sie litten an Mangelerscheinungen und waren bissig. Die erfolgreiche Zucht blieb aus und die Langhaarfrettchen bekamen zum ersten Mal einen schlechten Ruf.

Sören Thingard hatte mehr Erfolg, da er Futter von Nerzfarmen mit einem Proteingehalt bis ca.70 % verwendete. Um sein Monopol zu sichern, verkaufte er bis 1998 nur Langhaarfrettchen die bereits im Alter von sechs Wochen kastriert wurden. Nachdem in Dänemark ein Gesetz heraus kam, das ein Verbot der Kastration vor dem sechsten Lebensmonat aussprach, verkaufte er seine Tiere zwei Jahre lang unkastriert, bis er seine Zuchtsstätte in die Tschechei ausdehnte. Er versendete die Tiere in die Tschechei um sie dort wiederum mit sechs Wochen kastrieren zu lassen. Bei einer so frühen Kastration sind gesundheitliche Probleme vermehrt vorprogrammiert. Man spricht davon, dass er mehrere hundert oder gar tausende Zuchttiere besaß. 2004 wurden die Haltungsbestimmungen für die Frettchenzucht in Dänemark weiter verschärft (größere Käfige waren nötig), so dass die Zucht aufgelöst wurde, da der Umbau der Zuchtfarm zu teuer wäre. Der größte Teil der Tiere soll nach China verkauft worden sein. Die letzten dänischen Tiere wurden 2005 von ihm in Deutschland aus dem Kofferraum heraus verkauft. Wir hoffen, das diese Massenzucht dadurch ein Ende hat, obwohl schon wieder ein Gerücht verbreitet ist, das Herr Thinggard seine Zucht nun in der Türkei fortsetzt.

Heute gibt es durch die zwischenzeitlich unkastrierten Verkäufe bereits gesunde Zuchten in den Niederlanden, Belgien, Frankreich, Schweden und Deutschland.



Rassestandard

Das typische Langhaarfrettchen erkennt man an seinem Fell. Es ist zwischen 5 und 12 cm lang, besitzt keine Unterwolle und fällt auf der Rückenlinie in Stufen auseinander. Am Kopf und im Schulterbereich ist das Fell wesentlich kürzer. Außerdem können sie Haare auf und in der Nase und/oder Nasenspalten haben, müssen sie aber nicht.

Der Standard für Volllanghaarfrettchen schreibt vor, dass das Langhaarfrettchen entweder einen komplett behaarten Nasenspiegel oder einen glatten Nasenspiegel hat. Teilbehaarungen sind Fehler.

Die Farbenbezeichnungen für die Langhaarfrettchen kommen aus dem Amerikanischen. Wenn ein Langhaarfrettchen mit den Farben Light Pastell, Withe Pastell, Yellow, Royal Orange oder Dark Pastell bezeichnet wird, handelt es sich um Siam Hell oder Siam Dunkel Frettchen. Der Iltis Dunkel nennt sich bei den Langhaarfrettchen Dark Sable, der Iltis Hell Sable oder Silver. Bräunliche Langhaarfrettchen bezeichnet man als Chocolate.

Mehr Informationen hierzu findest Du hier auf der HP unter „Farben“



Wesen

Vom Wesen her unterscheiden sie sich nicht großartig von den kurzhaarigen Frettchen. Der typische Langhaar ist aber ausdauernder und agiler.

Vor allem als Jungtier ist er hyperaktiv und nicht zu bremsen. Da Langhaarfrettchen spitzere Zähne haben und sie als Jungtiere (wie ihre kurzhaarigen Verwandten), gerne damit spielen, rate wir Frettchenanfängern von der Anschaffung eines Langhaarwelpen ab.

Ist das Langhaarfrettchen erst einmal erwachsen und kann sich beim Spielen richtig austoben, kuschelt und küsst es genauso gerne wie die Kurzhaarfrettchen.

Auch vom sozialen Verhalten gegenüber seiner Spielkameraden unterscheidet es sich nicht von den kurzhaarigen Frettchen.

Im Gegenteil, uns ist aufgefallen das es unter ihnen weniger weibliche Zicken gibt.

Die Langhaarfrettchen lieben das Wasser und schwimmen für ihr leben gerne. Durch die fehlende Unterwolle saugt sich das Fell nicht mit Wasser voll. Nach einem Bad, nur einmal schütteln und sie sehen aus wie frisch geföhnt.



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