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11.9.2010 00:04:43

Leider mußten wir - kurz bevor wir diese Seiten ins Netz stellen wollten - eine schweren Schritt gehen…
Sam, unser 15-jähriger Türkisch Angora - Mix (geb. 17.06.1988) wurde am 09. Mai 2003 eingeschläfert. Da er ein ganz besonderer Kater war und mir sehr, sehr viel bedeutet hat möchte ich ihm diese Seite widmen und Euch ein wenig über sein Leben erzählen und auch einige Bilder in den verschiedenen Lebensabschnitten zeigen.
Im Juni 1994 fuhr ich ins Düsseldorfer Tierheim um mir einen neuen Mitbewohner für mein Appartement auszusuchen, denn als Single fühlte ich mich doch sehr alleine zumal im Mai ’94 mein 9-jähriges Kaninchen eingeschläfert werden musste. Ich wusste noch nicht so genau für welches Tier ich mich entscheiden würde ich wollte es ganz einfach aus dem Bauch heraus entscheiden. Es war ein Mittwoch und ich hatte den Rest der Woche Urlaub genommen, damit mein zukünftiger Mitbewohner und ich Zeit hatten um uns an uns zu gewöhnen. Als ich durch das Tor vom TH ging kam ich zuerst am Katzenhaus vorbei und da sah ich in durch die Fensterscheibe. Ein weißes, verdrehtes Etwas, welches sich auf einem Kratzbauch räkelte und durch dieses gedrehte, flauschige sofort zum kuscheln einlud. Er hatte die Augen zu, aber durch irgendein Geräusch (oder was auch immer), öffnete er die Bernstein- Augen, sah mich, blinzelte und öffnete diese wunderschönen, sanften Augen wieder und sah mich jetzt direkt an. Ich bin immer noch der Meinung, dass es „Liebe auf den ersten Blick“ war, was Sam und mir damals passiert ist. Ich bin dann direkt in das Anmelde-Büro gegangen und gesagt, dass ich gerne eine Katze bei mir aufnehmen würde. Man öffnete mir daraufhin das Katzenhaus und ich schaute mich um, zum Glück hatte ich eine Transportbox bei mir, stellte die Box auf dem Boden und suchte diese unglaublich schöne Katze. Aber Sam kam mir zuvor, denn als er mich sah kam er direkt auf mich zu, ich öffnete die Box und er ging hinein. Fertig! Die Mitarbeiterin des TH schaute erstaunt drein - mir ging es damals genauso. Sie erklärte mir, dass es ein Kater sei und er schon (!!!!!!!) 6 Jahre als sei und ob ich nicht lieber doch eine jüngere Katze haben wollte - obwohl sie mit eigenen Augen gesehen hat, das er freiwillig in die Box gegangen ist (was er später nie wieder getan hat :0) ) ! Natürlich wollte ich ihn, er hätte auch zwanzig sein können, Sam hat mich ausgesucht und ich fühlte mich geehrt, dass ich das große Glück hatte ihn mit mir nach Hause zu nehmen. Als wir dann endlich bei mir Zuhause angekommen waren, hat Sam innerhalb von 20 Minuten die Lage gecheckt. Hat sofort das Katzenklo gefunden und benutzt, danach ein wenig gefressen und getrunken und dann ist er sofort zu mir auf das Sofa gesprungen und hat über zwei Stunden mit mir geschmust. Er liebte es im Arm gehalten zu werden wie ein Baby.
Nachdem Sam dann eine Weile bei mir gelebt hat, merkte ich,
dass er Katzengesellschaft
vermisst. Er wurde damals mit drei anderen Katzen im TH abgegeben und bei mir war er alleine. Also suchten wir zusammen eine Zweitkatze. Bonnie zog dann nach kurzer Zeit zu uns und Sam war happy. Er war für Bonnie sofort so etwas wie ein Katzenvater und er kümmerte sich auch sehr um sie, sodass sie nach einiger Zeit nicht mehr total verängstigt und verschüchtert war. Unsere Dreier-WG gefiel uns sehr gut und wir waren sehr zufrieden. An den Wochenenden nutze ich die ländlich gelegene Ferienwohnung meiner Eltern wo die Beiden sich sehr wohl fühlten und dadurch auch immer mitkamen. Auch meinen Urlaub verbrachte ich immer mit ihnen dort. Sam war natürlich bei meinen Freunden sehr beliebt, denn er wollte mit allen schmusen und war dadurch auch immer dabei wenn Besuch kam.
Am 12. November 1998 brannte mein Appartement aus und die beiden Katzen haben es überlebt, weil sie sich über die gekippte (!!!) Balkontür gerettet haben. Nach diesem schweren Erlebnis hingen wir drei nur noch mehr aneinander. Als ich dann 1999 meinen jetzigen Mann kennengelernt habe war es besonders für Sam sehr schwer dies zu akzeptieren, aber die beiden haben es geschafft sich anzufreunden. Besonders war dies zu sehen, als Thomas und ich 2000 zusammenzogen. Nach kurzer Zeit hatte Sam ihn auch als vollwertiges WG-Mitglied akzeptiert und er teilte seine Schmusestunden zwischen uns auf.
Als dann noch im gleichen Jahr Charly zu uns zog, war Sam in seinem vollen Element und entdeckte das Spielen wieder neu - ich brauche nicht zu erwähnen, dass er natürlich für Charly wieder in die Katzenvaterrolle schlüpfte. Unser Katzentrio war einfach unschlagbar.
Im Sommer 2002 wurde dann bei Sam Diabetes festgestellt, aber die tägliche Insulinspritze war für ihn kein Problem und er ließ es einfach so über sich ergehen. Leider veränderte er sich in seinem Charakter immer mehr zum negativen. Das er hin und wieder nachts schrie, daran hatten wir uns schon viele Monate/Jahre gewöhnt, aber es wurde ab Herbst 2002 immer schlimmer. Er schrie am Tag genauso wie in der Nacht. Zum Glück haben wir liebe Nachbarn. Leider wurde er auch Bonnie und Charly (eigentlich seinen Kindern) gegenüber immer aggressiver und nach vielen Untersuchungen wurde dann beim ihm eine Art von Katzen-Alzheimer festgestellt. Irgendwann fing er auch an langsamer zu gehen (wie in Zeitlupe), er übergab sich mehrmals täglich, er wurde wieder unsauber … aber am schlimmsten war diese Aggressivität unter der am meisten Bonnie zu leiden hatte.
tja, dann mussten wir uns entscheiden, denn diese Entscheidung wollte uns keiner abnehmen … es war sehr schwer für uns, aber wir mussten vernümpftig sein und auch an die anderen beiden Katzen denken … und so viel die Entscheidung … … es war ein sehr schwerer Gang für mich (meinem Mann wollte ich nicht dabei haben, was viele nicht verstanden haben, aber ich habe ihn damals alleine zu mir genommen … und so musste ich auch diesen schweren Schritt durchstehen …)…
Ich hoffe, dass Sam als er über die Regenbrücke gegangen ist nicht mitbekommen hat, wie sehr ich gelitten habe, dass es einfach für ihn war, dass er es nicht gespürt hat, als er die Spritze bekam, dass er für immer einschlafen muss, das es für ihn noch etwas gibt, nachdem er über die Brücke gegangen ist. Ich hoffe es sooooo sehr!!!!
Er wird immer für mich etwas besonders bleiben, der durch nichts und niemanden Ersetzt werden kann. Ich bin so dankbar, dass ich die Ehre hatte, dass er mich ausgesucht hat und dass er bei mir war. Er war ein toller Kerl, sehr verschmust und er konnte schurren, da konnte jede Wiskas-Katze einpacken … oh, er fehlt mir so ……..
